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Reisebericht Washington/Idaho/Montana/Alberta/British Columbia
05. Mai 2009: Abflug in FFM mit Delta DL49, die dank der Rezession nur halbvoll ist, man bekommt zum Economy-Preis sehr gute (Ausstieg) oder viele (Dreierreihen) Sitze. 15 Stunden später Landung in Seattle nach sehr knappem Umstieg in Cincinatti (wir hatten 35 min Verspätung wegen Gegenwind). Gepäck ist schnell da, Mäny holt uns dann um 18:50 Uhr Ortszeit in Seattle ins kaum 1 Meile entfernte sehr saubere und nette Super8 (Seatac-Airport (61 $/Nacht) ab, kleiner Salat bei McDoof und ab in die Falle.
06. Mai 09: Regnerisch und kühl präsentiert sich der pazifische Nordwesten, es bleibt den ganzen Tag unfreundlich. Ab zur 1. und 2. Avenue südlich der Downtown in nette und ursprüngliche Industriegebiete, wo die BNSF im Argo Yard mit angeschlossenem kleinen Carshop rangiert (EMD-SD40-2 und SW1500). Im Regen geht es weiter um sich in Lynwood bei Northend-Hobby mal die Trainselection anzusehen, freundlich, kompetent, gut sortiert, aber teilweise knackige Preise, dafür gibt es für jeden einen indiv. Kofferanhänger in bester Qualität. Nach dem Mittagessen bei der chinesischen Kette „Little Panda“ geht es rund um den nassen Lake Washington ins Stadtviertel Ballard zur gleichnamigen Ballard Terminal RR (1,6 Meilen, kürzeste Shortline in WA), der SW 8-Switcher steht im eingezäunten Grundstück, Hopper sind reichlich entlang der durch ein am Wasser gelegenes Industriegebiet führenden Strecke verteilt. Alles sehr malerisch – die Bahn folgt dem Strassenverlauf durch das Hafen-/Industriegebiet. Im Fisher-Terminal wird geparkt und das dort direkt gegenüberliegende Bahnbetriebswerk der BNSF von oben und außen besichtigt (Der Hof ist voll, die Krise zeigt klar, dass nicht so viele Loks benötigt werden). Das BW ist entlang der Strasse (rund um Dravus-Ave) gut einsehbar, am Südende führt eine Strassenbrücke über die Gleise – mit Fußgängersteifen – sehr gut. Ab zur King Street Station, wo die Sounder nur so brummen, wo Amtrak durchfährt und wo zwei Amtrak/Cascade Talgozüge abgestellt sind.
07: Mai 09: Es geht mit den Cars entlang der I-90 nach Ellensburg, zunächst über wunderschöne Nebenstrecken nach Snoqualmie, dass schon am Fuße der Cascades liegt und nach einer richtigen Holzfällerstadt aussieht – das Northwestern RR-Museum ist unübersehbar – es zieht sich entlang der Hauptstrasse (zwischen April und Oktober jedes Weekend Zugfahrten mit 3 Heavyweights und 2 Baldwin-Lima-Hamilton 500-PS Rangierloks, in den 40er-Jahren gebaut für das Militär). Ebenfalls vorhanden: Eine seltene Alco RSC mit dreiachsigen Trucks. Ansonsten nette Station, viel verfallender Schrott und eine sehr schöne articulated Logging-Schlepptenderlok, aber leider nicht mehr fahrbereit. Die Autobahn führt uns in wunderschöner Fahrt durch die noch teilweise schneebedeckten Cascades (knapp 2800 m hoch) und zeigt uns, dass es hier auch Skigebiete gibt –kaum sind wir aus den Bergen, wird das Wetter deutlich besser, wir kommen auf eine 600 m hoch liegende Ebene, die mühsam bewässert werden muss und kommen nach Ellensburg, wo wir um 12.00 Uhr im Super 8 schon einchecken dürfen. Downtown finden wir das auratische Dakota-Cafe und mampfen hervorragende Sandwiches, der Jetlag beisst immer noch. Die zweite Crew trifft ein und es folgt die Fahrt von Ellensburg nach Yakima durch den überwältigend schönen Yakima Canyon, der tolle Blicke auf die dem Flusslauf folgende Bahnstrecke gibt. Leider Zero-Trafic; hatte uns schon Signalmeister „Dan“ von der BNSF in Ellensburg gesagt, die Strecke wird nämlich im im Frühjahr 2009 nach diversen Washouts wieder fit gemacht. In Yakima treffen wir nach 45minütiger Fahrtzeit ein und stoßen eher zufällig auf die SW 1200 #201 der Columbia Basin Railroad, folgen ihr mit ihrem Kurzzug durch die Stadt, machen dem Lokführer klar, dass wir harmlose Touristen sind und dürfen ihm folgen. Die Lok macht sich als Light Move auf nach Moxxee (rund 7 ml entfernt) und holt an einer Düngemittelfabrik einen Boxcar ab, was wir fotografieren und filmen ohne Probleme: Shortline-Romantik pur, wir folgen dem Kurzzug zurück nach Yakima, beobachten wie er zuvor abgestellte Waggons aufnimmt und mit einer schöen angiereinheit zum Bahnhof zurückfährt. In Yakima schauen wir noch bei einem für seine Größe erstaunlich gut sortierten Spielzeuggeschäft vorbei und ab nach EB wo es im Roadside Grill leckere Sachen und „Heffeweizen“ gibt. Dann schnell ab in die Falle.
08.Mai 09: Es geht weiter nach Spokane. Zunächst entlang der I-90 rund 90 ml nach Warden/Wheeler „in the middle of nowhere“, denn das ist das Headquarter der Columbia Basin RR und in Warden treffen wir auf die kleine Shortline, machen uns mit dem einigermaßen freundlichen Dispatcher bekannt, schießen unsere Fotos von zwei GP 9 und checken die Strecke nach Moses Lake (mit schönem Industriegebiet) und fahren dann nach Mesa und Connell, wo die CBRR mit der BNSF ihre Wagen austauscht, schöner Bahnhof, toller Picknickplatz und ein Getreide- und ein Containerzug erhellen die Stimmung. Auf dem Highway 392/395 nach Norden über Tyler bis ins Städtchen Cheney (kurz vor Ch. Tauchen auch wieder Nadelbäume auf), wo uns sogleich eine BNSF Rangiereinheit zeigt, wie man Hopper an den diversen Grainelevatoren abholt. Weiter auf der Landstrasse über Scriber und die tolle Marshall-Road (Holzbrücke) mit sehr schönen Zugdurchfahrten im Abendlicht – die 120-Hopper-Züge ziehen mit Helper langsam an uns vorbei, es gibt sehr schöne (erhöhte) Fotostandorte. Wir fahren weiter nach Spokane Valley ins riesige Super8. Danach ab zur Latah Junction: Adresse fürs Navi: Lindeke Street South 1100 99224 Spokane. Gemütlicher Abend.
09.Mai 09: Ein warmer Samstag, wir finden ein nettes Frühstückslokal an der Trent Ave., die uns später entlang des BNSF Yardley Yards zum Walmart begleiten wird, Zunächst aber Sunset Junction, ein sehr nettes Modellbahngeschäft mit tollem Service und sehr angenehmer Preisgestaltung. Wir trennen uns und düsen ab zum Walmart und shoppen dort in Ruhe, während Walter, Peter und Rolf sich die berühmten Wasserfälle von Spokane ansehen. Später folgt noch ein gemütlicher Abend im Motel.
10. Mai 09: Wir fahren auf Nebenstrecken nach Sandpoint/Id. In Hauser sehen wir nur sehr entfernt die erst wenige Jahre alte „Fueling Station“ der BNSF, fahren dann über Newport, Priest River und Dover (wegen der Shortline POVA) entlang des traumhaft schönen Lake Pend O Reilly in das 6.800-Seelen-Städtchen Sandpoint am Fuße des berühmten Schweitzer-Resort Skigebietes. BNSF und UP (so gut wie kein Verkehr) fahren hier durch, sensationell ist die Brücke über den See, die wir nachmittags inspizieren mit wunderbarem Abendlicht im Rücken, dafür überqueren wir die nicht genutzte Fahrspur der Highway-Brücke. Einige Züge sind unterwegs und es wird erneut ein gemütlicher Abend im Motel mit „glühender“ Mikrowelle.
11. Mai 09: Strömender Regen in Sandpoint, die Wolken hängen tief und wir machen uns in zwei Teams auf. Team 01 fährt nach Bonners Ferry (Mainline-Action) und Team 02 nach Newport (Shortline-Action mit der POVA). Das Mainlineteam hat wegen Schweißarbeiten an der Strecke kein Glück, während die Shortliner einer POVA GP 9 von Priest River mit ihrer Übergabe bis nach Sandpoint folgen können, dort endet das Filmen/Fotografieren wegen strömenden Regens. Dafür gelingen im Bahnhof sehr stimmungsvolle Fotos/Videos, die nur dank aufstehender Heckklappe eingefangen werden können. Die POVA-Strecke ist landschaftlich „1A“ – es fällt auf, dass dort wohl wegen der Wirtschaftskrise sehr viele Highcube-Boxcars der BNSF abgestellt/zwischengelagert werden, was die Strecke sehr interessant macht und den Eindruck erweckt, da würde es nun so richtig verkehrsmäßig „krachen“. Nachmittags hellt es sich nach einem Sandwich auf und wir fahren auf die andere Seite des Lake Pend O Reilly um wenigstens noch einen Zug zu erwischen, was nach über einstündigem Warten auch gelingt, auch wenn es nur der immer gleiche langweilige Graintrain der BNSF ist. Abends wird im Super8 auf dem Zimmer gespachtelt.
12. Mai 09: 216 Meilen nach Missoula/MT stehen auf dem Plan. Es wird eine traumhafte Fahrt bei kühlem und regnerischem Wetter, das der Schönheit der Landschaft aber keinen Abbruch tut entlang des Trout Creek und des Clark Fork River über Paradise bis nach Missoula (größte Stadt Montanas, das so groß wie Deutschland ist, aber nur 900.000 Einwohner hat). Am empfehlenswertesten ist der Highway 200 durch Montana (viel besser als die I-90) East Hope, Clark Fork, Paradise. In Missoula erwartet uns zunächst ein großer John Deere Händler (3 W Equipment) und dann geht’s an den Bahnhof der MRL, gut zugänglich per Fußgänger- und per Autobrücke. Die 50.000-EW-Stadt liegt recht malerisch auf einer Hochebene in gut 600 m Höhe, es ist sehr kalt und windig, am Bahnhof läuft nur noch ein wenig Aussetzen von schadhaften Hoppern, wie uns ein netter Lokfüher miteilt, dann geht’s ab ins Hotel bzw. zum Mampfen in die Stadt.
13. Mai 09: Gegen 09.00 machen sich zwei Teams auf um die beiden aus Missoula abzweigenden Strecken ( eine mit mehr, eine mit weniger Steigung) zu verfolgen, die in Paradise wieder zusammenkommen, zu beobachten. Wir, das Shortlineteam, folgen der Highway 200 nach Arlee, biegen ab nach Dixon und fahren zur MRL-Stichstrecke nach Polson, geben aber in Chano auf. Wir fahren entlang der Bahn nach Paradise und haben Glück, dort steht der NRE-Demonstrator 2020 (National Railway Equipment 3-Genset-Switcher) nach einem sehr leckeren Hamburger in Kathys Whistlestop (dort erfahren wir dass die Northern Pacific dort um 1883 ankam und dem Städtchen zum Boom verhalf, von dem heute nichts mehr zu spüren ist). Wir fahren weiter entlang des Clark Fork über St. Regis bis nach ____, wo die beiden Bahnäste wieder zusammenkommen, Umfangreiche Bauarbeien verhindern jeden Trafic. Aber in Missoula lösen sich die Zugstaus auf. Auf „SICHTWEITE“ fahren ein Graintrain, ein Manifest und ein Kohlezug, die letzten beiden schnappen wir noch, treffen später am Bahnhof noch eine MRL-GP 9, die zum Fuelrack fährt und düsen ab ins Hotel.
13. Mai 09: Heute wohl kein Trainspotten, denn es liegen 386 Meilen bis nach Kamloops vor uns, wir stehen um 05.30 Uhr auf, weil es um 06.00 Uhr ab zum Frühstück geht. Wir fahren über die 93 nach Norden (Ronan, Polson, Flathead Lake, Kalispell, Columbia Falls, West Glacier, Pinnacle, Essex, Summit) und kommen in strömenden Regen am Südzipfel des Glacier Nationalparkes vorbei (folgen dabei immer der BNSF-Strecke). Höhepunkt ist Marias Pass (5280 ft), wo wir bei 0° C und Schneegraupel zwei Graintrains filmen (mit abfrierenden Händen). Wir folgen der I-2 Richtung Westen und kommen zunächst nach Browning, einem heruntergekommenen Indianerdorf, das mächtig wndzerzaust ist, auf der Hochebene filmen/fotografieren wir zwei Züge, zum einen eine vom Marias Pass bekannter Grintrain und ein Manifest, de sich von der bene hoch auf den Pass macht. Große Feude herrscht ab Cut Bank, wir folgen einem BNSF-Lokal mit zwei SD 40-2 bis nach Shelby, und das bei tollem Gewitterhimmel. In Shelby, 30 ml südlich der Grenze zu Alberta, ist einiges Los, es wird rangiert, Graintrains kommen durch und eine Autobrücke gestattet einen hervorragenden Blick auf den Bahnhof. Wir wenden uns bei dramatischem Himmel gen Norden und folgen der Interstate 15 Richtung Kanada, am modernen Grenzübergang in Sweet Grass läuft alles planäßig und wie treffen nach etlichen Grainelevatorfotos in Lethbridge (1,7 km langes Trestle, angeblich das größter der Welt) auf die andere Gruppe, welche die Grenze in Del Bonnie überquert hat. Das Trestle ist wirklich imposant und wir haben Glück, die CP schickt gerade einen Kohlezug mit Distributed Power über die Monsterbrücke. Noch gute 14 km bis Calgary und dort ab ins Motel, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft wir ein tolles Grillrestaurant mit netter Bedienung finden.
14. Mai 2009: Wir fahren mit der Strassenbahn in die Innenstadt und verlustieren uns getrennt, der 190 m hohe Calgary-Tower ist sehenswert, die Stadt sonst sehr steril. Nachmittags klappern wir Chinook Hobby und einen anderen sehr gut sortierten (aber teuren) Laden ab, abends nach Irrungen/Wirrungen noch mal ins Restaurant vom Vorabend.
15. Mai, 2009: Es geht ab nach Kamloops (rund 380 km) Außerhalb von C. treffen wir bei Cochrane auf Getreidezüge, die sich wunderbar am Fuße der Ghost River Wildernis (überragt vom 10375ft hohen Mt. Aylner) fotografieren lassen. Wir folgen einem Containerzug bis zum Kicking Horse Pass, einer Sehenswürdigkeit eisenbahntechnischer Art der Sonderklasse, die Züge steigen durch zwei Spiraltunnel sanft (2,2 % anstelle der vorher herrschenden 4,5 %) ins Tal ab, der Containerzug zeigt mit seinen bunten „Boxen“, die gut durch die Wälder schimmern, wie die Strecke verläuft. Am Fuße des Abstiegs halten wir in Golden, machen sehr schöne Aufnahmen und fahren entlang des Flusses Illecillewaet zum nächsten Glacier National Park, essen eine Kleinigkeit in Revelstoke (nettes Eisenbahnmuseum) und fahren weiter in das Super 8 in Kamloops, abends sind alle von der Fahrt platt. Wir gehen früh ins Bett.
16. Mai 2009: Wir fahren in die Innenstadt, und treffen am Bahnhof knackige CP-Action, es wird trotz Sonntag rangiert und ein langer Manifest verlässt die Stadt. Wir fahren weiter nach Vancouver, und zwar nicht über die schnelle I-5 sondern wir fahren über Copper Creek, Cache bis zum I 1, die nun südlich entlang des Fraser River führt. Spences Bridge ist sehr wichtig, Lytton ist ein netter Zwischenhalt und hinter Keefers kommen wir an die engste Stelle Hells Gate, kurz danach kreuzem die beiden Bahnlinien CP und CN über die Alexandra Suspension Bridge die Fluss-Seiten. Über Spuzzum und Hope geht es nach Surrey (große indische Community) in ein formidables Super 8, das wohl bis vor kurzem ein Hotel war, entsprechend groß und toll sind die Zimmer.
17. Mai 2009: Es geht 42 km nach North Vancouver, wo wir den Mountaineer nach Whistler (80 km) besteigen, eine wunderbare Fahrt entlang der besseren Viertel der Stadt, wir folgen dem Fjord und kommen über Squamish und Garibaldi nach Whistler, ein künstliches Wintersportörtchen, das sich auf die Winterolympiade 2010 vorbereitet. Die Skisaison ist um, aber man brettert die Berge mit Mountainbikes hinab, was wohl auch kräftig Spaß zu machen scheint, zumindest in der Altergruppe bis 20. Wir fahren mit dem Zug zurück, essen lecker italienisch und fallen müde in die Klappe.
18. Mai 2009: Wir trennen uns gegen 12.00 Uhr an einem Hotel in Surrey von wo aus ich in zweistündiger Fahrt nach Seattle fahre und der Rest der Reisegruppemacht sich auf zum Trainspotten.
Die nächsten Tage in Vancouver und Seattle stehen unter dem Zeichen Tourismus und Erkundigung der beiden wunderschönen Städte.
Rückflug am 23. Mai 2009, wir kommen bei 32°C um 09:50 in Frankfurt an.
Gesamtfahrstrecke für die Tour: 3600 Meilen!
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